12. Jh./14. Jh.
Im Spätmittelalter kam es zu einer umfassenden Neugestaltung von St. Prokulus. Im 12., 13. oder 14. Jh. erhielt die Kirche zunächst einen Turm und der Altarraum wurde mit einem Tonnengewölbe ausgestattet. Gleichzeitig verlegte man den Eingang von der Süd- auf die Westseite. Nachdem die Annenberger St. Prokulus 1365 als ihre Begräbnisstätte erworben hatten, ließen sie das Kirchenschiff erhöhen. Einheimische Künstler tragen neue Wandmalereien im gotischen Stil auf. Ihre Vorbilder sind Malereien aus dem Bozner und Meraner Raum. Das frühgotische Kreuzigungsbild im Altarraum ist im Linearstil ausgeführt, der in Südtirol beheimatet ist. Kennzeichnend dafür ist eine kräftige Linie, mit der die Gestalten umgeben sind. Kunsthistoriker gehen davon aus, dass dieses Wandgemälde etwas älter ist, als jene im Kirchenschiff und an der südlichen Außenwand, an denen Einflüsse der italienischen Trecento-Malerei zu erkennen sind.
Neben der Gruft im Kirchenschiff dient auch der Friedhof um die Kirche weiterhin als Bestattungsplatz.


