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1636

Im August 1636 breitet sich in Naturns die Fleckfieberepidemie aus, die im Volksmund als Pest bezeichnet wird. Ein Viertel der Bevölkerung wird dahingerafft. Aus Furcht vor Ansteckungsgefahr werden die Seuchenopfer nicht neben der Pfarrkirche im Dorfzentrum begraben. Vielmehr entschließt man sich dazu, den Seuchenfriedhof zur St. Prokulus Kirche zu verlegen, die sich etwas außerhalb des Dorfes befindet. Gab es an einem Tag mehrere Opfer zu beklagen, bestattete man diese jeweils in einem Massengrab. Die Verstorbenen wurden dicht aneinandergedrängt in die Grabgrube gelegt, die Arme oft übereinander gelegt. Waren Kleinkinder unter den Opfern, legte man sie auf die Leiber der Erwachsenen.

Verschiedene Gräber des Seuchenfriedhofes enthielten persönliche Gegenstände der Verstorbenen. Dazu gehörten Fingerringe, Kettchen und einige Münzen. Mehreren Toten wickelte man Rosenkränze um die Hände. Einem kleinen Mädchen wurde außerdem eine geweihte Kupferkapsel mit Heiligenbildchen mitgegeben.

Der Kirchenbau blieb in dieser Zeit nahezu unverändert. Einzig die Wandmalereien wurden weiß übertüncht.