Spätantike
Während der archäologischen Grabungen in den Jahren 1985 und 1986 konnten im Eingangsbereich der heutigen Kirche Mauerreste eines spätantiken Hauses freigelegt werden. Neben Teilen der 60 cm starken Außenmauern kamen verschiedene Pfostenlöcher und eine Herdstelle aus Steinplatten zum Vorschein. Dem Befund zufolge besaß das Gebäude einen Sockel aus Stein, während Wände aus Holz wahrscheinlich waren.
Um 600 n. Chr. wurde das Haus von einem Brand zerstört. Die exakte Datierung der Brandkatastrophe ermöglicht das Fragment eines Schmuckstückes, vermutlich eines so genannten Körbchenohrringes, das aus der Brandschicht geborgen wurde. Daneben fanden sich Überreste des einstigen Hausrats, wie etwa Bruchstücke eines Trinkgefäßes aus Lavez. Ein Mühlstein diente zum Malen von Getreide. Zum Tischgeschirr gehörte hingegen ein feines, mit roten Farbtupfen bemaltes Keramikgefäß. Spinnwirtel zeigen, dass von den Bewohnern Wolle verarbeitet wurde.
Der Brandkatastrophe fiel möglicherweise eine Bewohnerin zum Opfer, deren sterbliche Überreste ebenfalls in der Brandschicht zum Vorschein kamen.
Nach dem Brand wurde das Haus nicht wieder aufgebaut. Vielmehr diente es als Bestattungsplatz. Ein solches Vorgehen ist für die Spätantike und dem Frühmittelalter auch andernorts belegt.
Später wurden Teile der der nördlichen Hausmauer beim Bau der Nordmauer des Kirchenschiffes im Fundament mitverwendet.


