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Frühmittelalter

Im 7. Jh. gehörte der Vinschgau zum Einflussgebiet der Franken. Im Gegensatz dazu zählte der südliche Teil des heutigen Südtirols zum langobardischen Machtbereich, während sich im Osten (Pustertal) Bajuwaren niederließen. Als Verbündete der Franken wanderten letztere auch in den Vinschgau ein. In diese Zeit fällt der Erstbau der Kirche, die zwischen 630 und 650 n. Chr. errichtet wurde. Die Datierung gelingt anhand eines Männergrabes, dessen Lage sich bereits am bestehenden Kirchenbau orientiert. Aus dem Grab stammt ein Sax, das typologisch noch vor 650 datiert. Das Kurzschwert diente als Hieb- und Stichwaffe.

Wer die Kirche erbaute ist nicht eindeutig zu belegen. In Frage kommen sowohl ein wohlhabender bayrischer Zuwanderer als auch ein angesehener, einheimischer Alpenromane. Fest steht, dass die einfache Saalkirche im 7. Jh. als Friedhofskirche diente Im Umfeld der Kirche kamen insgesamt 60 frühmittelalterliche Gräber zum Vorschein, die jüngsten datieren um 700/720 n. Chr. Unterschiedliche Bestattungssitten und Grabgestaltung verraten, dass Angehörige beider Volksgruppen - zugewanderte Germanen und einheimische Romanen - hier ihre letzte Ruhe fanden. Als typisch romanisch gelten etwa steinumrahmte Grabgruben. Typisch germanisch sind hingegen die Waffenbeigabe und die reihenförmige Anordnung der Gräber.